Vogelberingung - Ringfund

Irgendwann wird es einem in der birdwatcher-Karriere passieren, dass man bei einer Vogelbeobachtung auf einen beringten Vogel trifft. Idealerweise kann man den Code auf dem Ring ablesen - und dann? Und wer beringt überhaupt die Vögel und warum?

JLTH - ein französischer Jung-Flamingo auf Sardinien
JLTH - ein französischer Jung-Flamingo auf Sardinien

Wie kam es zur Vogelberingung?

Die Vogelberingung für wissenschaftliche Zwecke hat schon eine lange Tradition und begann im Jahr 1899 mit einem Experiment des Lehrers Hans Christian Cornelius Mortensen, der in Dänemark Stare mit einem individuell gravierten Ring mit Rücksendeadresse versah und fliegen ließ.
Nach diesen Pionierzeiten hat sich die Beringung von Vögeln schnell zu einer Standardmethode entwickelt, die auf der ganzen Welt angewandt wird.

Wer beringt heute eigentlich die Vögel?

Wie so oft im Naturschutz-Bereich - Ehrenamtliche Mitarbeiter. Aber es kann sich nicht einfach jeder zum "Vogelberingen" anmelden und mitmachen.

Zu den wichtigsten Aufgaben der nationalen Beringungszentralen zählen die Ausbildung, die Anleitung und die technisch-organisatorische Betreuung der Vogelberinger. Obwohl der Ausbildungsweg eines Beringers von Land zu Land unterschiedlich ist, sind die Grundprinzipien überall die selben. Jeder Neueinsteiger muss über fundiertes Wissen zur Alters- und Geschlechtsbestimmung der Vögel sowie über die praktischen und theoretischen Details der Vogelberingung verfügen und muss sich insbesondere über die ethischen und moralischen Aspekte der Beringungstätigkeit im Klaren sein.
Quelle: Euring 

Da Vögel keine nationalen Grenzen kennen, muss auch die Vogelforschung international organisiert sein. Diese Aufgabe übernimmt EURING, die Dachorganisation der europäischen Beringungszentralen. 

Warum Ringfunde melden?

Beringungsergebnisse dienen sowohl dem Naturschutz als auch der Forschung. Durch die individuelle Markierung von Vögeln können Fragen zu Ausbreitung, zu Wanderungen, zum Verhalten der Vögel, zu sozialen Strukturen, zur Lebensdauer und Überlebensraten sowie zu Reproduktion und Populationswachstum beantwortet werden. Die Vogelberingung ist also ein wichtiges Instrument für den Naturschutz sowie für die Wissenschaft. Als verantwortungsvoller Vogelbeobachter sollte man einen Ringfund, wie man die Sichtung eines beringten Vogels nennt, bzw. die Beobachtungs-Daten (Farbe, Ring-Code, Sichtungsort und -datum, Beobachtungsumstände) also auch melden.

Wie melde ich einen Ringfund?

Am besten meldet man einen Ringfunde direkt bei EURING ? "Die Europäische Union für Vogelberingung" - dort werden die abgelesen Daten übergreifend erfasst und schnell an die entsprechenden Stellen weitergeleitet.

Das ganze startet relativ einfach über die Auswahl des Ringes - klick - bei der normalen Vogelbeobachtung im freien Feld handelt es sich meist um einen farbberingten / farbmarkierten Vogel - wenn dies der Fall ist, kann man auch gleich hier mit der Ring-Meldung starten - klick.

Wer sich umfassender über die Vogelberingung informieren möchte, dem empfehlen wir folgendes umfang- und lehrreiches PDF-Dokument: Vogelberingung für Wissenschaft und Naturschutz - klick.

Auch wir hatten schonmal das Glück einen farbberingten Vogel zu beobachten und haben den Ringfund gemeldet - nachzulesen hier unter: Ein Flamingo namens JLTH geht auf Reise - klick.

 

 

 

JLTH - der Ringcode ist deutlich zu lesen
JLTH - der Ringcode ist deutlich zu lesen
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